Foto: Thruhike
Knochenbrüche bei Tieren – passiert nicht so oft wie bei Menschen, aber wiederum nicht so selten, wie man es vermuten könnte. Ich habe ein paar Erklärungen aus meinem Tiermedizinbuch herausgefunden, die das ganze aus medizinischer Sicht verständlich erklärt; und ich erkläre kurz die Behandlungsstrategie.
Unter Knochenbruch (Fraktur) versteht man die Unterbrechung der Kontinuität eines Knochens. Ursächlich spielen vor allem Gewalteinwirkungen und minderwertiges, schlecht mineralisiertes Knochengewerbe eine Rolle. Klinisch teilt man Knochenbrüche folgendermaßen ein: Einfacher oder komplizierter – geschlossener oder offener Bruch.
Der komplizierte Bruch weist zusätzlich schwerwiegende Verletzungen von benachbarten Nerven, Muskulatur oder Blutgefäßen auf. Beim offenen Bruch ist auch die Haut verletzt.
Sichere Anzeichen eines Knochenbruchs sind abnorme Beweglichkeit, Krepitation (=”Knirschgefühl” beim Aneinanderreiben der Bruchenden), Fehlstellung und sichtbare Bruchenden beim offenen Bruch. Daneben wird man meist auch mehr oder weniger ausgeprägte Entzündungszeichen diagnostizieren können. Im Zweifelsfall gibt die röntgenologische Kontrolle letzte Klarheit.
Bei Jungtieren und kleinen Haustieren, kann man Brüche meist sehr erfolgreich behandeln. Ich habe einmal gelesen, dass bei landwirtschaftlichen Nutztieren die Heilungschancen so gering sein sollten, dass die Tierbesitzer sich meistens für die Schlachtung entscheiden
Auf jedem Fall gehört die Behandlung eines Knochenbruchs in die Hände des Tierarztes. Vorrangiges Therapieziel ist neben der Erstversorgung (Schonende Lagerung, Kreislauf stabilisieren, Versorgung von Blutungen und offenen Wunden, etc.) die Einrichtung, Stabilisierung und Fixierung der Bruchenden, sodass Form und Funktion des Knochens wiederhergestellt werden können.
Ich wünsche viel Gesundheit für eure Lieblinge,
Anika
———
Abgelegt unter : Tier und Mensch, Vet Apotheke | Mit Tag(s) versehen: Behandlung Knochenbruch bei Tieren, Fraktur, Knochenbruch bei Tieren




Ja, leider auch das gehört wohl dazu und kann mal passieren! Leider wird sich oft der kleineren tiere nicht so angenommen, ich denke da an Hamster und co, aber ist wahrscheinlich auch so fragil alles, dass sich viele nicht die Mühe machen. Umso mehr Respekt an all jene, die sich da aufopfernd kümmern und bei denen kein Tier abgeschrieben wird zu früh! Ein lob manchen Tierärzten!
Mich würd ja interessieren, WIESO sich tiere viel schwerer was brechen als Menschen! Hast du da Infos dazu oder ist das grad eine ganz bescheuerte Frage?
Ich glaub mir würds das Herz brechen, wenn mein Schatz mit nem Hundegips durch die Gegen humpeln müsste… aber ja, Respekt für die Tierärzte, die alles mögliche Getier behandeln. Meine Freundin hatte ja sogar mal ein Meerschweinchen mit einem Herzschrittmacher!!! (kein Witz!!!!)
Vermutlich, weil Tiere nicht von hohen Leitern oder wackeligen Stühlen fallen.
Und wenn zum beispiel mal eine Gams abstürzt – ich glaube dann ist eh alles zu spät.
Aber es ist schon arg, dass ein Bruch bei größeren Tieren manchmal einem odesurteil gleichkommt, weil es sich einfach nicht mehr “auszahlt”.
Ein hochdotiertes rennpferd wird man vielleicht nicht erschießen, aber den dritten Bullen von links?
@aurora
Eine gute Frage! Irgendwann irgendwo habe ich gelesen, warum es so ist, aber im Moment erinnere ich mich nicht daran (haben Tiere mehr Knochen als Menschen? Ach, jetzt weiss ich es echt nicht und habe auf die schnelle nichts im internet gefunden)! Ich werde mal recherchieren und schreibe dann hier noch einmal die Antwort auf deine Frage bzw mache dann einen eigenen Beitrag daraus. Du bist sicher nicht die einzige, die sich dieser Frage stellt!
@julia
ja, keine wackelige Tiere auf wackeligen Stühlen und keine Osteoporose
Ich glaube, auch ein Rennpferd bleibt nicht verschönt – man kann es nicht mehr reiten, weil es dem Tier schmerzen verursacht, ja so ein Pferd kann sich kaum bewegen und muss jahrelang mit Gips bleiben…