Katze und Hund: Entwurmungsfrequenz

Katze Hund Foto: Sandy84

Mein früherer Beitrag “Hundewürmer aus der Sandkiste” hat eine Diskussion ausgelöst, bei welcher noch ein paar Fragen unbeantwortet geblieben sind.  Durch eine Recherche habe ich nun die Antworten auf strittige Fragen gefunden und  entschieden, sie hier in einem separaten Beitrag zu veröffentlichen.

Frage 1: Wie oft soll mein Haustier entwurmt werden?

Antwort: Sehr wichtig bei der Entwurmung von Katzen und Hunden ist die Einhaltung einer bestimmten Regelmäßigkeit. Katzen und Hunde sollten mindestens alle 3 Monate, also 4 mal pro Jahr entwurmt werden. Weniger als 4 Entwurmungen sorgen nicht für einen ausreichenden Schutz. Eine 4malige Anwendung pro Jahr wird auch stets von  Gesundheitsorganisationen, Verbänden und vielen Tierärzten empfohlen.

Frage 2: Womit soll mein Haustier am besten entwurmt werden?

Antwort: Am besten entwurmt man mit einem Mittel, welches gegen alle in Österreich vorkommenden Band- und Rundwürmer gleichzeitig wirken. Zu diesen mir bekannten Mitteln zählen Profender bei Katzen und Drontal Plus bei Hunden. Meines Wissens werden bei fast allen alternativen Produkten entweder nicht alle Würmer/Wurmarten eliminiert, oder man muss die Behandlung viel öfter durchführen.

Das war’s dann für heute. Falls ihr noch irgendwelche Wünsche oder Anregungen habt, lasst es mich durch eure Kommentare wissen.

Schönen Freitag noch,

Anika

12 Antworten

  1. 1. Dadurch dass du noch offene Fragen klar stellen möchtest zeigst du sehr großes Interesse für die User. Großes Dankeschön.

    2. Und jetzt meine Frage:
    Sollte man auch entwurmen, wenn keine Würmer da sind? Falls ja, könnte dies dazu führen, dass man dem Tier schadet?

  2. Man bekommt immer wieder Würmer, einige Tiere öfters, andere – seltener. Die Wahrscheinlichkeit dass Würmer da sind, ist viel höher – und leider kann keine Kotuntersuchung dass 100%-ig ausschliessen.

    Die heutige Tiermedikamente werden, bevor sie auf den Markt gelangen, mehrmals getestet und erprobt, und schaden bei der richtigen Anwendung den Haustieren nicht.

  3. Hallöchen!

    Leider muss ich noch was ergänzen…

    Bei Entwurmungen gilt nicht “desto mehr, desto besser”… Wurmkuren wirken nämlich nicht prophyslaktisch, in sofern ist es auch gar nicht möglich, einen “Schutz” aufzubauen. Einfach nur auf “Gut Glück” zu entwurmen, kann die Magenschleimhaut der Katze nach und nach zerstören. Im Zweifelsfall lieber doch den Kot auf Würmer untersuchen lassen und erst Entwurmen, wenn es nötig ist!

  4. @Lena

    Das mit Magenschleimhaut Zestörung kenne ich auch bei Menschen (Antibiotika); aber wenn man Entwurmungsmittel 1 Mal pro 3 Monate nimmt, und das wird von Medikamentenhersteller empfohlen, dann – hoffe ich – sie wissen was sie vorschlagen? Bzw. Profender ist ein SpotOn, der wird durch auftragen auf Katzen Nacken wirksam, somit wird die Magenschleimhaut nicht besonders gereizt.

    Ach, ich sage`s, das Thema ist kompliziert und sehr viele Menschen denken total unterschiedlich; daher sage ich immer – am besten von eigenem Tierarzt beraten lassen (obwohl wie schon geschrieben, der obige Beitrag ist nicht meine Idee, ich habe recherchiert und nachgefragt, und diese Entwurmungsmethode wird sogar von Gesundheitsorganisationen empfohlen).

    Lg

  5. Eine prophylaktische Entwurmung kommt bei uns so auch nicht in die Tüte, bzw. in die Katz. Unsere Katzen leben nur in der Wohnung. Würmer sind von daher kaum eine Gefahr.
    Vierteljährliches Entwurmen finde ich sogar bei Freigängerkatzen viel zu hoch angesetzt.
    Eine Kotprobe über mehrere Tage gesammelt ist durchaus aussagekräftig und viel schonender für das Tier, als eine Wurmkur.

    Man darf nicht einfach den Herstellern von diesen Medikamenten glauben. Denn diese wollen Umsatz machen und werden entsprechend andere Zyklen verordnen, wie es tatsächlich notwendig wäre.

    Ist beim Impfen die gleiche Geschichte. Und beim Katzenfutter ebenso.

    Liebe Grüße,
    cattac

  6. Klar, sollte man nicht alles glauben, da schliesse ich mich an – leider ist man ja oft bei Haustieren darauf angewiesen, dass man Erfahrungswerte hat, ob nun eigene oder durch tolle Blogs wie diesen oder foren, das ist wichtig.
    Mein Tierarzt hat auch eine vorsorgende Entwurmung vorgeschlagen, er meinte es sei besser als zu warten ob etwas passiert ist, denn die würmer sind ja für die Katze auch nicht gut. Und spot-ons sind ja gerade bei empfindlichen Katzen gut, da sie weder die Magenschleimhaut angreifen noch das Tier sonderlich bei der Behandlung stören (wie ichs leider oft bemerken durfte früher bei eingabe von Paasten und Tabletten) und meinem TA vertraue ich allemal.

  7. Da gebe ich tigerauge vollkommen recht. Ich denke, dass Viele die Auswirkungen von Würmern unterschätzen und wenn schon der TA meint, dass man vorbeugen sollte, kann doch echt ncihts Falsches daran sein. MEine Katze hat sich früher auch von den Tabletten hin und wieder übergeben. Aber mit dem Profender Spot on kommt das ganze ja nicht mehr mit den Innerein in Berührung, deshalb hab ich da gar keine Bedenken..

  8. Hallo Tigerauge,

    gerade bei Spotons ist Vorsicht geboten.
    In einer Mailingliste hatte ich vor ein paar Wochen gelesen, dass ein Kitten plötzlich nach der Entwurmung mit einem Spoton verstorben ist.
    In einem anderen Forum gab es Fellausfall und kahle Stellen.
    Nicht jedes Tier reagiert gleich und man muss immer abwägen.
    Daher meine Devise: so viel wie nötig, so wenig wie möglich. ;)

    Liebe Grüße,
    cattac

  9. Hallo Cattac,

    ihr habt`s einen schönen Blog :-)

    Jetzt zu dem Thema: ich glaube jedes Medikament ist mit ein wenig Risiko verbunden – genauso wie Medikamente für Menschen. Und ich glaube, dass es auch bei Tieren so eine Art Unverträglichkeiten gibts (kahle Stellen) – aber wenn man bedenkt die Schaden die Würmer einrichten können und die Wahrscheinlichkeit dass es es bei der Katze eine kahle Stelle entsteht – dann steht es in keinem Verhältnis.

    Jedes Medikament wird vor dem Markteinführung mehrmals getestet, ich bin sicher dass die Hersteller davor die ganzen Risiken aufs minimum reduzieren und kaum ihre Medikamente verkaufen werden, wenn sie wussten dass es (lebens)gefährlich ist.

    Zu dem verstorbenen Kitten – solche Geschichten gehen mit immer ans Herzen, aber bei der nähere Betrachtung sehe ich öfters dass die Besitzer schuldig waren und nicht die Medikamente; z.B. mit SpotOn darf man erst ab der 9. Lebenswoche anwenden – war das bei dem Kitten der Fall? Ich habe auch ein paar mal in Foren gelesen, dass den Katzen die Hundemedikamente gegeben wurden, und dann wundern/ärgern sich die Tierbesitzer warum dem Tier schlecht geht.

    Die Tiere sind schutzbedürftig, und sie können das selber nicht tun – das liegt in unseren Händen und auf unserem Gewissen. Ich respektiere die Entscheidung den eigenen Hausieren wenig bis keine Medikamente zu geben, aber ich möchte dass die Tierbesitzer die ganzen Risiken/Vorteile/Nachteile und Alternativen kennen.

    LG

  10. Hallo,

    vielen Dank. :)

    Nein, bei er Geschichte mit dem plötzlich verstorbenen Kitten war das Kitten natürlich im entsprechenden Alter. Hinzu kommt, dass das SpotOn vom Tierarzt direkt in der Praxis gegeben wurde. D.h. der Besitzer hat noch nicht mal eine Schuld.
    Diese ganze Geschichte macht es umso dramatischer, da die Besitzerin absolut keine Schuld trifft.

    Hinzu kommt, dass ich von einer anderen Züchterin in einem Forum gelesen habe, die ihre Katzen ebenfalls damit entwurmt. Die kahlen Stellen bei der Zuchtkatze sind nicht ohne gewesen und sie kämpft seit Wochen (wenn nicht gar Monaten) darum, dass die Stellen zuwachsen.
    Wir lassen von SpotOns die Finger und entwurmen unsere erwachsenen Tiere nur bei Bedarf.

    Wir füttern ja fast ausschließlich roh. Wenn wir den Medien Glauben schenken würden, müssten unsere Tiere von der Nasen- bis zur Schwanzspitze voller Würmer sein. Sind sie aber nicht, im Gegenteil.
    Unsere beiden Erwachsenen wurden im Kittenalter dreimalig entwurmt, seit dem nicht mehr.
    Die Kotproben zeigen es zum Glück immer wieder: unsere Katzen sind wurmfrei.

    Viele Menschen essen Hackfleisch (Mett) auf dem Brötchen. Roh. Ich frage mich, weshalb es keine Wurmkuren für Menschen gibt.
    Ich wurde jedenfalls noch nicht entwurmt.
    Habt ihr euch diese Frage nicht auch schon gestellt?

    Viele Pasten sind schonender für die kleinen. Und es gibt auch ein homöopathisches Entwurmungsmittel, welches die Darmflora für Parasiten negativ verändert, so dass diese auf natürlichem Wege abgehen.
    Man sollte meiner Meinung nach eher in diese Richtung gehen. Das ist viel schonender für die kleinen und großen Katzenkörper. :)

    Liebe Grüße,
    cattac

  11. @cattac
    Was Entwurmung betrifft, gibt es eigentlich keine Kompromisse. Gerade in meinem Fall (Katzen und Kinder SEHR einträchtig miteinander lebend) verstehe ich keinen Spaß. Habe keine Lust, daß sich meine Kleinste so eine Wanderlarve oder Schlimmeres einfängt. Vier Mal im Jahr ist Minimum. Freigänger und Mäusefänger (besonders in Gebieten, wo der “kleine Fuchsbandwurm” vorkommt) sollten monatlich eine Bandwurmkur erhalten. (Mäuse übertragen Bandwürmer) Bei reinen Wohnungskatzen reicht für Gewöhnlich einmal im Jahr entwurmen. Immerhin sind auch nachweislich reine Wohnungskatzen, die niemals raus gekommen sind, zu 16% verwurmt.
    Kotproben sind eine nette Sache: Sie können falsch negativ sein, sagen also nicht, daß das Tier keinen Wurm hat. Sie bedeuten nur: Keine Wurmeier gefunden.

    Wo kommen die Würmer her?
    Klar, daß Menschen keine Wurmkur brauchen (außer Kinder in selten Fällen, Erwachsene nur extremst selten) denn unser Essen wird beschaut und ist hygienisch (meist) einwandfrei. Bandwurmfinnen im Fleisch gibt es daher nicht mehr. Aber wir Menschen haben auch selten Flöhe (übertragen Bandwürmer) und schnuppern auch nicht sooo oft am Boden rum. (Wurmeier kann man auch mit den Schuhen in die Wohnung tragen). Und rohe Mäuse? Bäh!

    Wie man entwurmt, ist keine Frage. Man muß nur achten: Hilft das Mittel wirklich gegen alle Würmer (da gibt es Verschiedene: Nur gegen Bandwürmer, nur gegen Spulwürmer usw.)? Und: Wie lange, bzw. wie oft muß es gegeben werden. (Steht oft ganz “verschämt” im Beipacktext, daß die Behandlung an drei aufeinander folgenden Tagen sein muss. Wenn ich es nur einmal gebe, war’s leider(in dem Fall: nicht) für die Katz.
    Oft gibt der Tierarzt nur ein Mittelchen ab, aber nicht den Beipacktext dazu, also ist man als Besitzer darauf angewiesen, die Anordnung zu glauben. Fragen, welches Mittel das denn ist, ist wichtig.(Und in den Schachteln sind oft mehrere Beipacktexte, da kann man schon einen haben wollen…)
    Tabletten sind oft schwer reinzubekommen. Meine Miezen sind da mit allen Wassern gewaschen, kann ich Euch sagen!
    Paste geht oft besser, aber die wirkt wieder nicht so gut und einfach gegen alle Würmer.
    Spot-on ist genial, es kommt aber tatsächlich vor, daß manche Katzen haarlose Stellen am Auftropfpunkt bekommen (Pipettenspitze nicht auf der Haut reiben, das Zeug ist nämlich in Alkohol gelöst, und manche Katzen vertragen den schlecht auf der Haut).
    Die modernen Allwurm-Spot-on Präparate haben aber einen Vorteil, den alle anderen nicht haben: Sie töten die Larven ab! (Wichtig bei Katzenmama, die überträgt die Larven nämlich über die MIlch auf ihre Kinder, so geht der Wurmkreislauf nämlich weiter)

    Und übrigens:
    Homöopathie ist im Falle von Parasitenbekämpfung reine Scharlatanerie. Es gibt kein wie auch immer geartetes Mittel, das die Darmflora verändert, damit der Wurm abgeht.
    Die Würmer überleben seit Jahrmillionen, denen ist das “Milieu” ziemlich egal! Wenn’s nämlich blöd kommt, wird das Biest von Wurm noch aufgebaut und fühlt sich erst recht wohl…

    Es gibt übrigens im Internet eine Seite der europäischen Spezialisten (die Top-Parasitologen der Veterinärmedizinischen Universitäten Europas) zur Parasitenbekämpfung bei Kleintieren.
    Die kann ich jedem Interessierten wärmstens empfehlen.
    Ist zwar weitgehend in Englisch, aber unter “Guidelines” gibt es die Richtlinien – übrigens auch von der deutschen Tierärztekammer herausgegeben – auch auf deutsch zum Runterladen!
    Toller Überblick, welche Würmer wo vorkommen. Auch Infos zu Reisen und so weiter.
    Ich gehe übrigens fast jede Wette ein, daß euer Tierarzt davon noch nix gehört hat…

    Noch was: Entzückendes Photo da oben zum Beitrag! Finde den Blog einfach nett, leider habe ich selten Zeit, eine Notiz zu hinterlassen.

  12. Hallo @ all

    erstens, vielen Dank an Katzenonkel für diesen langen und ausführlichen Kommentar – man sieht, Sie kennen sich aus!

    Von meiner Seite will ich noch ein zusätzliches Info hinzufügen, um die Frage: “Sind reine Haustiere wurmfrei? Wenn nicht, wie kriegen sie die Würmer?” – vollständig zu beantworten.

    Katzen die keinen Freigang haben, tragen zwar ein geringeres Risiko von Würmern befallen zu werden, jedoch sind auch sie nicht völlig davor geschützt. Möglicherweise haben sie sich bereits im Welpenalter infiziert, oder wir haben evtl. Wurmeier an unseren Schuhen in die Wohnung getragen.
    Würmer schaden der Katze indem sie ihr die Nährstoffe streitig machen. Je nach Art unterscheiden sich auch die auftretenden gesundheitlichen Schäden. Bei Kitten kann ein Wurmbefall sogar lebensbedrohlich sein, wogegen eine erwachsene Katze unter Umständen keine Symptome zeigt.

    Info: http://www.merlins-katzenseite.de/wurmkur.htm

    (P.S. Hauptseite öffnen http://www.merlins-katzenseite.de/ und Lautstärke einschalten: hört ihr auch das Schnurren von Katzen ;-)

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